Bericht aus Magdeburg

Die Norddeutschen Meisterschaften 2014 in Magdeburg sind Geschichte und in der Auswertung sollte man sie mit zwei Augen betrachten: Einem Sportlichen und einem, dass die Entstehung der Leistungen anschaut. (Vielleicht sogar noch mehr, wenn man die Perspektive (Veranstalter, Ausrichter, Sportler,…) wechselt, aber wir wollen im eigenen Hause bleiben).

Zuerst die guten Nachrichten:
Wir sind mit 11 Sportlern nach Magdeburg gereist und bei einer ganzen handvoll Zuhause-Gebliebener, fehlten nur Bruchteile einer Sekunde zu einer Qualifikation für den vorläufigen Höhepunkt (Als Beispiel sei hier Till Mozdzanowski genannt, in dessen Jahrgang sich die besten 50 über 200m Lagen qualifizierten und er als 51. leider in Hamburg bleiben musste). Wir sind also weiterhin eine starke, über die Jahrgänge breit aufgestellte (Teilnehmer vom Jgg 93 – 03) Mannschaft mit Potential.
Die Vorbereitung verlief reibungslos, sodass gute Leistungen und Bestzeiten im schnellen Magdeburger Wasser erwartet werden konnte. Doch Erwartungen sind nicht gleich Ergebnisse. Während Anja und Hendrik über 50m Brust ihre Bestzeit klar verfehlten, war es Lennart, der in 31,80 Sekunden zum neuen Vereinsrekord schwamm und sich damit den dritten Platz im Jahrgang 98 sicherte. Tjark schwamm trotz verstauchtem Mittelfinger nur knapp an seiner Bestzeit vorbei, während Max in 32,84 Sekunden mit neuem persönlichen Rekord anschlug. Für Abwechslung sorgte Klara mit ihrem Start über 200m Rücken, blieb hier jedoch auch 3 Sekunden über ihrer Bestzeit.
Der Samstag bot deutlich mehr Abwechslung und Spannung:
Anja meldete sich mit Risiko zu den 100m Freistil, fehlten ihr vor Wettkampfbeginn doch 7 Hunderstel zum Erreichen der Pflichtzeit. Doch das Vertrauen wurde gerechtfertigt und nach 2 Bahnen leuchtete in roten Ziffern eine neue Bestzeit: 1:03,36. Erleichterung!
Seine Klasse zeigte auch Hendrik über 50m Delphin und schwamm in 28,05 Sekunden zu neuer Bestzeit. Gleiches tat Lennart in 28,38 Sekunden und Simon über 50m Rücken in 31,48 Sekunden.
Doch schnell ging es auch wieder bergab: Sowohl Alex (50 Rücken, 50 Delphin), als auch Max (100 Freistil) und Nicholas (50 Delphin) konnten nicht ihr volles Potential abrufen und zum Vorschein bringen. Ganz knapp an ihrer Bestzeit scheiterten im weiteren Tagesverlauf Klara (50m Rücken +2/10) und Nicholas (100 Freistil +2/100).
Und einen Tag zum Vergessen erlebten Hendrik über 200m Brust und Max über 100m Kraul.
Doch der Sonntag bot jedem die Chance, mit einem guten Gefühl wieder nach Hamburg zu fahren.
Die Gelegenheit nutzten Hendrik (50m Freistil, 26,07 sek.), Nicholas (50m Freistil, 26,88 sek.), Tom (50m Freistil, 24,92 sek.) und Simon (100m Rücken, 1:06,83) und verabschiedeten sich mit Bestzeiten aus Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt. Trotz fehlender Bestzeit, konnten Klara (100m Rücken, +8/10) und Max (100m Freistil als Staffelstarter, 55,69 sek, 50m Freistil +3/10) mit gutem Gewissen die Heimreise antreten.
Und sowohl Alex (100m Rücken), als auch Hendrik (vor den 50m Freistil) und Lennart (beide 100m Brust), Anja (50m Freistil) und Nicholas (200m Freistil) schwammen ihren Bestleistungen zum Teil deutlich hinterher.
Aber, und das ist an dieser Stelle ausdrücklich zu Betonen, stammen die meisten Bestzeiten aus dem letzten oder vorletzten Jahr. Womit wir beim bereits benutzten Wort “Potential” wären.
Denn, und damit rücken ALLE Leistungen in ein anderes Licht, bei möglichen 7 Stunden Training in der Woche, von denen maximal 5 genutzt werden, ist nicht zu erwarten, dass Leistungen erbracht werden, die mit 9 Stunden Training (also fast doppelt soviel) pro Woche erreicht wurden. Deutlich ist das an den 100m Leistungen vom Sonntag zu erkennen, wenn auf den letzten 20 Metern die Beine schwer werden, die Hände das Wasser nicht mehr greifen…
Vielmehr, und jetzt kommt der Konjunktiv ins Spiel, sollte bedacht werden, was möglich wäre, wenn…
Denn Simon schwimmt nur 4/10 an der Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften über 100m Rücken vorbei. Ähnlich ergeht es Anja über 50m Freistil (+6/10), Nicholas über 100m Kraul (+5/10), 200m Kraul (+2 Sekunden). Hendrik und Lennart hätten über die Bruststrecken nur knapp über bzw. unter Bestzeit schwimmen müssen.
Aber hätte, wenn und so hilft nicht. Fakt ist: Ohne Training kein Erfolg. Das gilt im Schwimmen viel mehr, als in den meisten anderen Sportarten. Das macht diese Sportart einerseits so faszinierend und auf der anderen Seite manchmal brutal hart.
Nächstes Jahr gibt es mehr Trainingszeit mit einer kleineren Leistungsgruppe und die jungen Jahrgänge stehen schon in den Startlöchern und werden ihre Chance nutzen!

Zum Abschluss aber, möchte ich unbedingt allen Teilnehmern zu ihrer erfolgreichen Saison gratulieren! Denn trotz allen Jammerns, waren wir mit 11 Aktiven der zweitgrößte Hamburger Verein und sind stolz, das ausnahmslos ALLE Teilnehmer ihr schwimmerisches Handwerk bei uns gelernt haben. Zudem ist die Saison noch nicht zu Ende. In 2 Wochen starten Nicholas, Tom (beide 50m Kraul) und Klara (3x Rücken) bei den deutschen Meisterschaften. Die Vereinsgruppen, die das in Hamburg schaffen, kann man an weniger als einer Hand abzählen. Herzlichen Glückwunsch!

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