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Berichte vom Trainingslager in Ratzeburg
vom 04. bis 07. Jan. 2007

Berit Schlünz | Melanie, Nora, Klara | Marie | Lara | Pauline | Ida

Von Berit Schlünz

Auf einem Wettkampf im September sprach Heike vom NTSV mich an, ob wir nicht mal gemeinsam ins Trainingslager fahren wollen. Aus diesem kurzen Gespräch entwickelte sich schnell eine handfeste Planung. Bald war ein Termin ins Auge gefasst. Die Weihnachtsferien gingen so weit in den Januar hinein, dass wir die letzten vier Tage günstig fanden. Aber war noch eine Jugendherberge und viel wichtiger ein Schwimmbad zu bekommen? Es stellte sich heraus, dass das im Zeitalter des Internets kein Problem sein sollte. Montag die Jugendherberge angemailt, Dienstag die Antwort, das Plätze frei sind und die eMail-Adresse des Schwimmbades, umgehend die Anfrage ans Bad, Donnerstag das Okay vom Bad, Absprache mit Heike, Freitag gebucht. Da kann man nicht meckern, oder?

Aber werden wir auch genug Kinder finden, die mit möchten? Auch dieses sollte kein Problem werden. Die Plätze waren innerhalb kurzer Zeit vergeben. Nun ging es noch an die genaue Planung unserer Aktivitäten. Heike und ich merkten schnell, dass wir auf einer Wellenlänge schwimmen und ähnliche Vorstellungen haben, von dem, was wir im Trainingslager so tun wollten.

Es trafen sich somit am Donnerstag, den 4. Januar 21 Kinder im Alter von 7 bis 11 Jahren und zwei Trainerinnen an der Moorweide beim Dammtor. Das Gepäck wurde in zwei PKW's verladen, wir bestiegen die S-Bahn, um über den Hauptbahnhof und Lübeck nach Ratzeburg zu fahren. In der S-Bahn saß eine ältere Dame mitten in unserer Gruppe. Als ich als letzte ausstieg, meinte sie zu mir: "Das war ja eine ruhige und höfliche Gruppe. Sind die immer so?" Ich entgegnete nur: "Das weiß ich nicht. Wir fahren gerade erst los." Im Nachhinein muss ich aber zugeben, sie waren tatsächlich (fast) immer so! (Kaum zu glauben, oder?)

Die Fahrt verlief unauffällig, wenn man von einer verstopften Toilette (der einzig erreichbaren), einem unwilligen Schaffner und ca. zehn Kindern, die mal müssen, absieht.

In Ratzeburg wurden unsere Erwartungen übertroffen. Wir hatten die Jugendherberge für uns allein. Wir konnten uns die Zimmer so aussuchen, wie es am besten zu unserer Gruppe passte. Schnell waren die Betten bezogen, die Koffer ausgepackt und die Jugendherberge erforscht.

Die Gruppe

Nach dem ersten Training merkten die Kinder jedoch schnell, dass wir doch nicht nur zum Spaß in Ratzeburg waren. Erste Erschöpfungserscheinungen stellten sich ein, die nach einer recht kurzen Nacht und dem Vormittagstraining am nächsten Tag kaum besser wurden.

Auch im Schwimmbad waren die Bedingungen toll. Von insgesamt sechs Trainingseinheiten hatten wir viermal die Halle ganz für uns allein. So konnten wir kleinere Gruppen bilden und uns auf mehr als die zwei gebuchten Bahnen verteilen. Das Training begann immer mit Gymnastik, danach wurde fleißig im Wasser trainiert, viel Technik, Wenden und Starts. Als Aufmunterung zum Schluss haben wir fast immer gespielt. So vergingen die zwei Stunden in der Halle immer wie im Flug! Insgesamt schwamm Heikes Gruppe ca. 7 km, meine kleine Gruppe ca. 9 km und die Großen ca. 11 km!
Eine tolle Leistung!

Nach der verhassten Mittagsruhe ging es zum Shopping in die City. Heike und ich mussten zu Budni, alle Kinder natürlich hinterher. Es dauerte ziemlich lange, bis 21 Kinder ihr Taschengeld ausgegeben hatten, so dass wir unseren Einkaufsbummel danach leider beenden mussten, da Heike mit den großen Jungs noch laufen und ich mit den übrigen Kindern noch basteln wollte. Anschließend ging es wieder ins feuchte Nass. Nach dieser dritten Wassereinheit war es am Abend deutlich früher ruhig auf unserem Flur.

Am Samstag gab es neben zwei Wassereinheiten und Spielen im Gruppenraum einen weiteren Höhepunkt: Der Besuch beim Dom-Herren wurde auf unserem Tagesplan angekündigt. Als die Kinder rauskriegten, dass es sich dabei nicht um einen Jahrmarkt-Besuch handelt, sondern um eine Kirchen-Führung, war das Gemaule groß. Wir hatten es ja erwartet, aber ein bisschen Bildung muss sein! Eine Stunde werden alle es wohl aushalten können!

Zu unserem Erstaunen entwickelte sich diese Dom-Führung zu dem Highlight schlechthin. Wir trafen Klaus, unseren Dom-Herren, am Eingang. Bereits vom ersten Augenblick an hingen die Kinder an seinen Lippen. Klaus entwickelte sich zum "Rattenfänger von Ratzeburg"! Was er auch sagte, wohin er auch ging, die Kinder folgten ihm hoch interessiert. Als ich das erste Mal auf die Uhr guckte, war bereits mehr als die gebuchte Stunde vergangen. Und das nächste Training war gebucht. Wir konnten aber noch nicht Schluss machen. Erst mussten wir noch einen Blick in die Gruft werfen und Schauergeschichten hören. Auch das genaue Verfahren einer Steinigung war zu interessant, um schwimmen zu gehen. Die Orgel mit ihren 4.517 Pfeifen und 37 Glocken in Form eines Engels war einfach gigantisch.

Ich habe noch nie eine Kirchenführung mit Kindern erlebt, bei der die Kinder traurig waren, dass es vorbei war. Und glaubt mir, ich habe schon einige hinter mir! Diese war einfach toll! Es muss aber auch erwähnt werden, dass Klaus unsere Gruppe außerordentlich aufmerksam und interessiert fand. Wieder ein Lob von einem Außenstehenden...

Danach ging es per Sprint ins Schwimmbad und nach dem Abendbrot mussten auch schon die Koffer gepackt werden. Kaum zu glauben, dass morgen schon wieder alles vorbei sein sollte. Und kaum zu glauben, dass kurz nach neun Uhr auf unserem Flur alles ruhig war. Na ja, sie waren auch echt platt!

Der letzte Tag startete mit einem kleinen Snack. Danach ging es zur letzten Trainingseinheit ins Wasser. Beim anschließenden Frühstück trafen glücklicherweise schon die Eltern ein, die unser Gepäck zurück transportieren wollten. Schnell waren sie eingespannt: Tische abwischen, Betten abziehen, Koffer schließen und in die Autos verladen.
Vielen Dank für die Unterstützung! Ohne diese zupackenden Hände hätten wir bestimmt unseren Zug verpasst!

Im Zug gab es dann endlich die Auswertung der Zimmerkontrolle. Jeden Abend haben wir die Zimmer kontrolliert und Punkte verteilt für die Ordnung im Zimmer. Waren die Schuhe im Flur aufgereiht, die Betten gemacht, die Schwimmsachen im Keller aufgehängt, der Boden gefegt? Nach der ersten Kontrolle waren fast alle Zimmer gleich auf. Was sollten wir nur tun? Es mussten Minuspunkte her. Die gab es ab dem nächsten Tag für Fußballspielen im Zimmer, Lärmen in der Mittagsruhe, vergessenes Bettlaken bei der Endkontrolle. Da fiel uns schon genügend ein! Es siegte das große Mädchenzimmer mit Lovisa, Clara, Marie und Paula (siehe Foto). Zur Belohnung gab es ein kleines Wellness-Programm. Wir müssen aber sagen, dass alle Zimmer ziemlich ordentlich waren, und die Plätze eng beieinander lagen.
Echt toll!

4 Mädels

So, nun ist inzwischen eine Woche vergangen, die Koffer ausgepackt, die Wäsche gewaschen, fast alle Materialien wieder an ihrem angestammten Platz, und ich habe mich auch ein bisschen erholt. Ihr hört richtig: Nicht nur die Kinder waren kaputt, nein auch wir Trainerinen! Glücklicherweise übernahm mein Göttergatte die Kinder und ich konnte mir ein Mittagsschläfchen gönnen! Nun ist nur noch der Papierkram zu erledigen...

Alles in allem war dies ein gelungenes Trainingslager! Alle Kinder machten großartig mit, wir hatten keine Ausfälle und kaum Zickattacken. Die Heimwehanfälle kriegten wir wieder in den Griff, und die einzig Verletzte war ich! (Inzwischen nimmt mein großer Zeh aber wieder seine ursprüngliche Form und Farbe an!) Außerdem ist es auch toll zu sehen, dass viele Kindern in der kurzen Zeit große Fortschritte gemacht haben. Die Qualen haben sich gelohnt! Heike und ich, wir freuen uns auf ein nächstes Mal mit Euch. Mal sehen, wohin es uns dann verschlägt...

Berit



Von Melanie, Nora und Klara

Am 4.Januar sind wir mit dem Zug nach Ratzeburg gefahren. In der Jugendherberge wurden zuerst die Zimmer verteilt. Die Zimmer waren sehr schön. Wir hatten direkten Blick auf den See. Danach hat jeder jedem geholfen, denn wir sollten unsere Betten beziehen. Danach sind wir zum Schwimmbad gegangen. Das Schwimmbad war gleich nebenan. Als wir mit dem Schwimmen fertig waren, hatten wir einen riesen Hunger. Uns hat das Essen geschmeckt.



Von Pauline
Jugendherberge Ratzeburg

Wir mussten dreimal umsteigen, damit wir ankommen. Man wird mit superduper Musik geweckt. Und der echte Knaller: Daneben ist ein Schwimmbad. Wir kriegen regelmäßig Versorgung. Man ist echt scholle, wenn man ist Bett geht.



Von Marie
Liebe Leserinnen und Leser,

unser Trainingslager in Ratzeburg war echt cool. Wir sind zweimal am Tag zwei Stunden geschwommen. Das Essen war lecker und das Personal war echt nett. Das Schwimmbad war super, weil wir es morgens für uns hatten. Alle waren freundlich, z. B. wenn wir vom Schwimmen kamen, legten wir die nassen Schwimmsachen in einen Wagen, und wenn wir unsere Schwimmsachen wieder einpacken sollten, lagen sie wieder furztrocken, getümmelt und zusammengelegt im Wagen! Service, oder?!?



Lara
Trainingslager Ratzeburg

Wir sind drei Mal umgestiegen, damit wir ankamen. Jeden Abend sind unsere Trainerinnen in unsere Zimmer gegangen, um zu schauen, ob es ordentlich ist. Wir bekamen nämlich Punkte, wenn das Zimmer ordentlich war. Das Schwimmbad war sehr ordentlich und schön.



Von Ida

Ich finde es in Deutschen Jugendherbergen sehr toll. Das Essen ist perfekt. Die Betten sind sehr bequem, und an der Wand hängt eine Lampe, so dass man gut lesen kann. Aber man muss mit einem zusammen im Zimmer wohnen, der nur mit Licht einschlafen kann. Zum Beispiel Mädchen in meinem Zimmer.